Home Europa Ich bin (mit einem leichten Umweg über den Anninger) von Wien nach Mödling gewandert

Ich bin (mit einem leichten Umweg über den Anninger) von Wien nach Mödling gewandert

von Stefan Mey

Eigentlich hatte ich mir nicht sonderlich viel vorgenommen für diesen verflixten Sonntag. Nachdem ich am Vorabend noch auf einer Party gewesen bin, wollte ich einfach nur eine gemütliche kleine Wanderung im Umfeld von Wien machen – doch dann wurde es doch noch eine Spur mehr.

Über die App des Alpenvereins hatte ich irgendwann während der kalten Jahreszeit den Track geplant, den ich dann im Sommer gehen wollte: Einmal von der 60er-Station Rodaun nach Mödling; und zwar über das grüne Gebiet,  nicht durch den Stadtkern von Perchtoldsdorf. Die Aktion hätte laut Plan rund fünf Stunden gedauert, für knapp 17 Kilometer Strecke und rund 440 Höhenmeter Aufstieg. Die untenstehende Karte zeigt den Plan, wie man schnell und zugleich schön von Rodaun nach Mödling wandert – eben über den großen Sattel bis zum Gießhübel und von dort durch bewohntes Gebiet über die Burg Liechtenstein, die Ruine Pfefferbuchsel und den Schwarzen Turm weiter bis nach Mödling.

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Blöd nur, dass ich dann eigentlich recht früh beim Gießhübel war, in meinem Reisegepäck noch zwei nicht-gegessene Semmeln schlummerten und ich den Tag noch nicht beenden wollte – mal abgesehen davon, dass mich die Aussicht auf ein Finale durch bebautes Gebiet auch nicht unbedingt angelacht hat. Also habe ich mich entschlossen, noch eine größere Runde zu drehen.

Folglich habe ich mich weiter nach Westen bewegt und bin um den Eichberg herum spaziert – eine recht einsame Gegend, in der mir kaum ein anderer Wanderer begegnet ist. Nach ein paar größeren Biegungen bin ich dann in Weissbach gelandet, wo ich unter der Autobahn hindurch gehen konnte. Von dort hätte ich zwar den direkten Weg nach Mödling einschlagen können, entschied ich aber dann doch, noch ein weiteren Umweg über den Anninger zu wählen – den habe ich zwar nicht komplett erklommen, mir aber zumindest noch im dazugehörigen Wald die Beine vertreten.

Den in der Gegend liegenden Husarentempel habe ich zwar ausgelassen, war aber stattdessen bei der Ruine der Burg Mödling, deren Geschichte recht ausführlich vor Ort beschrieben ist und von der man einen wundervollen Ausblick hat – unter anderem auf den besagten Husarentempel. Und weil es so lustig war und ich gerade so in Fahrt war, habe ich mir auch noch die Ruine Pfefferbuchsel (die aber verfallen und obendrein abgesperrt ist), sowie den Schwarzen Turm (ein altertümlich anmutender Turm, der jedoch als normales Wohnhaus dienst) gegeben. Von dort bin ich dann im schönen Mödling gelandet, wo ich mir eine der Kirchen noch von innen gegeben hab. War ja immerhin der Tag des Herrn.

In Summe kam ich damit auf über 25 Kilometer, über 800 Höhenmeter und über sechs Stunden Wanderung, hab unterschiedliche Wegbeschaffenheiten erlebt und durfte mich als Entdecker fühlen, als ich als Großstadtkind durch die verfallene Ruine eines mir zuvor fremden Ortes kraxelte.

Eigentlich gar nicht mal so schlecht für einen Sonntag in der eigenen Nachbarschaft.

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