Home Europa Immersive Theatres sind ein guter Weg, um eine Stadt zu erkunden

Immersive Theatres sind ein guter Weg, um eine Stadt zu erkunden

von Stefan Mey

Wenn wir mal ausnahmsweise nicht durch verwunschene Landschaften in aller Welt wandern oder mysteriöse Tempel erforschen, dann lösen wir auch ganz gerne Rätsel – hierbei hat es uns die Truppe von Nesterval ganz besonders angetan, die eine Kunstform namens „Immersive Theatre“ praktiziert: Theaterstücke, bei denen man nicht Zuschauer ist, sondern aktiver Teilnehmer. Hier muss man mit den Schauspielern interagieren, um ihnen Geheimnisse zu entlocken und zum Beispiel einen Mörder zu finden. Man kann sich das alles als eine gepimpte Schnitzeljagd vorstellen – einen detaillierten Hintergrundbericht dazu habe ich vor ein paar Monaten für den „Horizont“ verfasst (unter diesem Link).

Nach diversen, durchaus gruseligen Erlebnissen mit der Nesterval-Truppe im Sommer und Winter vergangenen Jahres waren wir nun im Frühjahr beim „Karlstag“ in Wien und haben uns dort die Veranstaltung „Where the f*** is Alice?“ gegeben – ein Szenario, bei dem man sich durch die Gegend rum um den Karlsplatz bewegte und an verschiedenen Sehenswürdigkeiten mit den Akteuren aus „Alice im Wunderland“ sprach, um das verschwundene Mädchen ausfindig zu machen. Ein cooler Nebeneffekt dieses Spiels war, dass man auch auf die Karlskirche klettern und von dort den schönen Ausblick (siehe oben) genießen konnte.

Mit Alice in London

Bei der Gelegenheit habe ich mir gedacht, dass Immersive Theatres nicht bloß per se ein nettes Erlebnis sind – sondern eine gute Gelegenheit, um mal über den Tellerrand zu schauen und daheim oder auf Reisen eine Stadt aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Und siehe da: Wie es der Zufall so will haben wir auf dem Event gleich zwei Studentinnen der Theaterwissenschaften kennengelernt, die kurz davor eine Lehrveranstaltung zu eben diesem Thema besucht hatten.

Sie haben uns gleich mal ein paar Tipps zu anderen Anbietern gegeben, die ich hier mal festhalte – mehr oder minder als Memo für mich selbst, damit ich sie bei einem späteren Trip mal ausprobieren kann.

  • Signa: Ein dänisches Performance-Kollektiv, das laut den Beschreibungen der Studentinnen recht schräge Dinge macht – die Rede war etwa von einer Wohnung, in der Menschen sich als Hunde ausgeben. Fanden wir etwas schräg. Web: http://signa.dk/about
  • You Me Bum Bum Train: An diesem Projekt hat uns vor allem der Name fasziniert. Mehr wissen wir darüber nicht, es scheint wohl ähnlich zu sein wie Nesterval. Die Website ist wenig aufschlussreich, dem Twitter-Account zufolge finden die Events aber hauptsächlich in London statt. Web: http://www.bumbumtrain.com/
  • Les enfants terribles: Obwohl der Name frankophon ist, sind auch „Les enfants terribles“ ein britisches Künstlerkollektiv. Besonders fasziniert hat mich bei ihnen das Projekt „Alice Underground Adventures“, das „Alice im Wunderland“ im Tim Burton-Stil bringt. Ebenfalls in London. Web allgemein: http://lesenfantsterribles.co.uk/ Alice Underground: https://www.alice-underground.com/

Scheint mir eine klare Sache zu sein, dass wir bei nächster Gelegenheit mal wieder nach London reisen sollten – sobald es dort wieder etwas ruhiger geworden ist. Kann man ja auch bei Gelegenheit mit einem Besuch der „Harry Potter“-Drehorte kombinieren. Nerd Alert Hoch 10 also. Hell, yeah.

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